GardingGardingerStadtgesprächStadtgespräch: Garding im Detail

Mit dem elektronischen Stadtführer durch Garding

Audio-Guide Garding - Mit dem Stadtführer im Ohr

Die Mitgestalter des Gardinger Audio-Guides: (v. l.) Andreas Guballa, Dieter Staacken, Gisela Clausen und Sebastian von Sauter. Foto: aco

Mit dem Mini-Computer in der Jacke können Urlauber und Gäste Garding künftig durchstreifen. Die "Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Stadt und Kirchspiel Garding" steckt hinter dem neuen Angebot.

Wissenwertes über Garding erfahren - das können Besucher jetzt unabhängig von einer Stadtführung mit dem Audio-Guide. Mit Stolz präsentiert die Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Stadt und Kirchspiel Garding (HAG) den akustischen Stadtrundgang, den sie in Eigenregie mit der Firma "itour city guide GmbH" und dem Offenen Kanal Westküste (OKW) erarbeitet hat. Der handliche Taschencomputer mit Kopfhörer kann bei der Tourist-Information am Marktplatz ab Ostern gegen Gebühr ausgeliehen werden.

Nun laden die Sprecher Gisela Clausen und Dieter Staacken zu einer "Kulturfahrt durch unsere Stadt" ein. Sie führen den Besucher über 25 Stationen, angefangen beim ehemaligen Spritzenhaus, der heutigen Tourismuszentrale, über den Marktplatz mit Mommsen-Ehrenmal und -geburtshaus samt Kirche. Die Route umfasst im wesentlichen den Stadtkern, leitet den Wanderer aber ebenso nach Norden in den Graureiherwald wie gen Süden zum ehemaligen Hafenplatz. 1613 wurde Garding durch Kanalanschluss an die Eider Hafenstadt. "Rapsöl, Korn, Fleisch oder Leder wurden auf dem Wasserweg exportiert, Stoffe wie Holz und Metalle eingeführt", sagt Gisela Clausen bei der Vorstellung des Audio-Guides.

"Doch die Stadt verändert sich", gibt Dieter Staacken zu bedenken und wies damit auf die Entwicklungsmöglichkeiten des Audio-Guides hin. Von einem Projekt "in progress" spricht Andreas Guballa vom Offenen Kanal, denn es ist immer möglich, Stationen zu ergänzen oder zu entfernen, das Fotomaterial oder den Sprechtext zu ändern, zu aktualisieren. "Ich freue mich, den Audio-Guide in den Händen zu halten", sagte die Leiterin der Tourismuszentrale, Mareike Moll. Sie gewann einen "lebendigen, positiven" Eindruck nach einem ersten Hineinhören.

Am Anfang des Projekts standen Überlegungen des Nutzerausschusses "Altes Rathaus/Stallerhaus", wie man Garding touristisch attraktiver machen könnte. Andreas Guballa vom OKW schlug einen Audio-Guide vor und beschaffte eine Hörprobe des akustischen Stadtrundgangs von Friedrichstadt. "Uns war der Unterschied zwischen Sprachtext und Lesetext neu. Beim Abfassen eines Sprachtextes sind Kürze, Information und Prägnanz entscheidend", erinnert sich Bernd Laue, Vorsitzender des Nutzerausschusses.

Bald wurde klar, dass eine professionelle Anfertigung mit hauptamtlichen Kräften und Sprechern nicht finanzierbar sein würde. Anke Dellin, Gisela Clausen, Bernd Laue und Dieter Staacken erklärten sich bereit, die Texte zu schreiben und in einem Regiebuch zusammenzufassen. Der OKW leistete fach liche und technische Hilfe. "Diese Vorgehensweise ermöglichte es uns, die Projektkosten um 4000 Euro auf insgesamt 6000 Euro zu senken. Darüber hinaus schrieb Propst a. D. Hans-Walter Wulf unentgeltlich über die Gardinger Kirchengeschichte und das Inventar von St. Christian", zollt Laue dem umfangreichen ehrenamtlichen Engagement Dank und Anerkennung. Andreas Guballa fertigte eine CD mit beiden Sprechern, untermalt von Geräuschen und Musik und angereichert mit Fotos der Stationen von "heute und gestern" aus dem HAG-Archiv. "Gerade die historischen Fotos sind wichtig, denn viele Objekte unserer Route existieren heute nicht mehr", erzählt Gisela Clausen, selbst Stadtführerin.

Sebastian von Sauter, itour-Geschäftsführer, legte allen Beteiligten nun einen handlichen und einfach zu bedienenden Taschencomputer mit Kopfhörern vor. "Mit dem Audio-Guide sprechen wir jene Zielgruppe an, die sich früher auf eigene Faust mit dem Reiseführer aufmachte. Wer keine Gruppenführungen mag und zeitlich flexibel bleiben möchte, ist hier gut bedient", beschreibt Sauter die Vorteile und betonte zugleich, dass das Gerät keine Konkurrenz zur persönlichen Stadtführung sei. Mittlerweile gehöre ein akustischer Rundgang zunehmend zum Standard, beispielsweise in Museen. Auch immer mehr Städte signalisierten Interesse, so Sauter, denn dieser Service benötigt keine Buchungsfristen und kann auch im Winter angeboten werden.

Als Sponsoren für das Projekt hat Bernd Laue die Nordostsee-Sparkasse, die VR-Bank Husum-Eiderstedt-Viöl, das Van-Wouwer-Vermächtnis, die Friedrich-Heddies-Tetens-Stiftung und den Tourismusverein Garding und Umgebung gewonnen.

Aus den Husumer Nachrichten - Von Anne Petersen

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