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Nach sechs Jahren als Bürgermeister von Garding tritt Ranjet Biermann zurück

Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten, 19.01.2015

Der Bürgermeister der Stadt Garding hat sein Amt niedergelegt und will auch nicht mehr der Stadtvertretung angehören. Familiäre, berufliche, aber auch politische Gründe führten zu dieser Entscheidung.

Die Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen, sagt Ranjet Biermann, der seit 2008 ehrenamtlicher Bürgermeister von Garding war und der Stadtvertretung seit 2003 angehörte. Nun zieht er ein Schlussstrich unter sein kommunalpolitisches Engagement für die Stadt – aus familiären, beruflichen und auch politischen Gründen. Mit dem heutigen Tag legt der 47-jährige Architekt sowohl das Amt des Bürgermeisters als auch sein Mandat als Stadtvertreter nieder.

Es habe in letzter Zeit ziemlich viele Spekulationen über ihn als Bürgermeister gegeben, heißt es in seinem offiziellen Rücktrittsschreiben an seine Stellvertreter Kay Eggers und Andrea Kummerscheidt, an die Fraktionsvorsitzenden sowie an Amtsdirektor Herbert Lorenzen. „Ich muss eingestehen, dass auch und gerade aus den eigenen Reihen diesen Spekulationen Vorschub geleistet worden ist. Ich bin der Auffassung, dass eine solche Diskussion wenig Nutzen für die kommunalpolitische Arbeit, stattdessen aber viel Schaden für die effektive Verwaltung der Stadt Garding bringt.“ Es sei ein sehr schwerer Entschluss gewesen, so Biermann. Er habe sich mit ganzem Herzen für die Belange der Stadt und für die Region Eiderstedt eingesetzt und im Rückblick viele positive Entwicklungen und Strategien anschieben und begleiten dürfen, heißt es in seiner Stellungnahme weiter. „Ich bin für diese Zeit sehr dankbar. Ich freue mich besonders über das Pilotprojekt ‚Kooperationsraum Mittleres Eiderstedt‘ in dem zehn Gemeinden ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit bekunden und wünsche diesem Team viel Erfolg.“

Er sei aber zu der Überzeugung gelangt, dass die ehrenamtliche Verwaltung der Stadt Garding neben dem eigenen Architektur-Büro und der Familie kaum mehr zu leisten sei. Als Bürgermeister sei man quasi zuständig für alles und darüber hinaus ‚geborenes Mitglied‘ in zahlreichen Verbänden und Einrichtungen. „Wenn die ehrenamtlichen Termine überhand nehmen, kann man kaum mehr allen Ansprüchen gerecht werden. Künftig werde ich mich daher mehr um meine Familie und meinen Betrieb kümmern.“ Auch wenn er aus der aktiven Politik aussteige, werde er weiterhin gern für Garding da sein. Biermann lebt seit 1999 in Garding, kennt die Stadt aber bereits seit 1984.

CDU-Stadtvertreterin Andrea Kummerscheidt bedauert den Rücktritt zutiefst. Eine Stadt könne sich nichts Besseres wünschen, als einen Architekten und Stadtplaner zum Bürgermeister zu haben. Sie respektiere aber Biermanns Entscheidung. Die Nachfolge soll zügig geregelt werden, allerdings noch nicht auf der Stadtvertreter-Sitzung am kommenden Donnerstag (22. Januar, 19 Uhr, Amtsverwaltung). Auch die SPD-Fraktion respektiert die Entscheidung, so Fraktions-Chef Kay-Uwe Cornils. „Für einen Ehrenamtler ist das Bürgermeister-Amt einer Stadt schwer. Eigentlich benötigt Garding wieder einen hauptamtlichen Verwaltungs-Chef mit eigenen Mitarbeitern.“ Die Belastung sei zu groß gewesen, gerade wenn man zudem freiberuflich tätig ist, betont Frauke Alberts (SSW). „Ich habe vollstes Verständnis für seine Entscheidung.“ Auch sie ist der Ansicht, dass Garding wieder einen hauptamtlichen Bürgermeister haben muss.

Die Amtsgeschäfte übernimmt bis zur Wahl eines Nachfolgers von Ranjet Biermann erst einmal Stellvertreter Kay Eggers (SPD).

Quelle: http://www.shz.de/lokales/husumer-nachrichten/ranjet-biermann-tritt-zurueck-id8718981.html
(Ilse Buchwald - SHZ)

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